Der Grottenolm - Lernen Sie die Drachenjungen kennen

Im Januar 2016 wurde das Märchen Wirklichkeit: Die Welt erfuhr von den gelegten Eiern der Drachenjungen.

Der Grottenolm lässt bereits seit Jahrhunderten die Fantasie der Bevölkerung bunte Blüten treiben, man erfuhr von ihm dank der regen Fantasie, dank des Schleiers des Geheimnisvollen, das diese Art umgab und mit der Hilfe von Johann Weichard Valvasor, Freiherr zu Galleneck und Neudorff, Herr zu Wagensperg und Liechtenberg bis in...

EIN SELTENES JUWEL

Wegen der immer stärkeren Verschmutzung der unterirdischen Gewässer sowie wegen des Einflusses des Menschen auf das unterirdische Ökosystem geht die Anzahl der lebenden Exemplare des Grottenolms stetig zurück und er wurde 2009 von der Weltnaturschutzunion (The World Conservation Union) auf die Liste der gefährdeten Tierarten gesetzt. Sir David Attenborough, der legendäre britische Naturwissenschaftler und Autor zahlreicher von der BBC produzierten Dokumentarfilme, zählte den Grottenolm auf die Liste der zehn am meisten gefährdeten Tierarten, die er auf seine "Arche Noah" mitnehmen würde.

Der Grottenolm ist einer der größten Experten was die Anpassung an seine Umgebung betrifft.

Das Warten auf die Geburt der Jungen wird somit zu einem außerordentlich bedeutsamen Ereignis für Slowenien, für die Naturwissenschaft und für Naturwissenschaftler auf der ganzen Welt. 

IN ERWARTUNG DER DRACHENJUNGEN

Am Samstag, den 30. Mai hat einer der Höhlenführer in der Höhle von Postojna bemerkt, dass an der Glaswand des Aquariums ein Grottenolm-Ei haftet. Neben dem Ei befand sich auch das trächtige Weibchen, die das Ei bewachte. Die Weltöffentlichkeit hat das erste Ei begeistert begrüßt und ungeduldig auf die Schlüpfung der Minidrachen gewartet. Am Montag, dem 30. Mai, 124 Tage später, hat zur Freude der begeisterten Bewunderer in der Finsternis der Höhle das erste Drachenjunge das Licht der Welt erblickt.

GROTTENOLM-TAGEBUCH

30. Januar

Tag 1

Der Höhlenführer Juan Pablo Maschio entdeckt das erste Ei und informiert darüber alle Verantwortlichen. Aus dem Aquarium werden alle Grottenolme entfernt, die den Laichverlauf stören bzw. die Eier auffressen könnten. Im Aquarium bleibt somit nur die Drachenmutter mit ihren Eiern. 

Haben Sie's gewusst?

Das trächtige Weibchen verteidigt heftig seine Eier gegenüber anderen Grottenolmen. 

03. Februar

Tag 5

Wir bemerken im Aquarium ein neues Ei. Das Weibchen verlagert in diesen drei Tagen sein Laichterritorium unter einen flachen Stein auf der einen von zwei idealen Stellen. 

Haben Sie's gewusst?

Grottenolme markieren ihr Territorium mit chemischen Signalen.

11. Februar

Tag 13

Das Grottenolm-Weibchen hat uns über Nacht wieder eine Freude bereitet und heute haben wir 24 Eier zählen können, die sich auf beiden Seiten des flachen Steins befinden. 

19. Februar

Tag 21

Das Weibchen legt das 52. Ei. Wir beobachten mit der Kamera, wie sich den Eiern Hyalella nähren, kleine Flusskrebse, mit denen in unserem Aquarium die Grottenolme gefüttert werden. Als das Weibchen nicht da ist, versuchen drei die Hülle eines Eis zu durchbeißen. Als das Weibchen wiederkommt, bemerkt sie die Angreifer sofort und attackiert sie.

Haben Sie's gewusst?

Grottenolme haben eines ausgeprägten Geruchs- und Geschmackssinn und können die Art und Qualität potentiellen Futters riechen. Doch was noch wichtiger ist: Sie nehmen auch schwache elektrische Felder anderer Tiere wahr, was ihnen in der vollkommenen Dunkelheit eine Hilfe ist.

24. Februar

26.Tag

Wir erhalten Besuch von der Expertin für die Biologie der Grottenolme, Dr. Lilijana Bizjak Mali, von der Biotechnischen Fakultät Ljubljana, und von Dr. Stanley Sessions, dem Experten für den Bereich Integrative Biologie von Amphibien am Hartwick College im Bundesstaat New York. Beide Fachleute untersuchen die Eier und stellen fest, dass einige bereits bestimmte Entwicklungszeichen aufweisen.

Haben Sie's gewusst?

Dr. Sessions studiert in den USA unter anderem die nächsten Verwandten der Grottenolme. Es handelt sich hierbei um eine Amphibie mit Schwanz aus der Familie der Necturus, die in den oberirdischen Gewässern der Ostküste Nordamerikas zu Hause ist. Auch die Vorfahren und Verwandten des Grottenolms bei uns lebten an der Oberfläche. Sie starben während der Eiszeit aus.

08. Mrz

39. Tag

Der TV-Sender Discovery Channel besucht die Höhle von Postojna, um der Welt dieses außergewöhnliche Ereignis mitzuteilen.

Noch eine Angabe zum Besuch der Medien. Weltbekannte Sender gaben sich die Klinke in die Hand, um die wertvollen Eier filmen zu können. Doch das Geheimnis blieb buchstäblich im Dunkeln, gefilmt nur mit Hilfe einer IR-Kamera.

15. Mrz

Tag 46

Wir überprüfen den Stand des unterirdischen Flusses Pivka, das ist die natürliche Umgebung des Grottenolms. Der Fluss ist angestiegen. Wasserhochstand ist für die Grottenolme gefährlich, den sie könnten aus der Höhle geschwemmt werden, draußen sterben sie normalerweise. 

Haben Sie's gewusst?

In Slowenien ist der Grottenolm eine durch das Gesetz geschützte Tierart, seit 1982 steht er auf der Liste der seltenen und gefährdeten Arten. 

28. Mrz

Tag 59

Das Weibchen verlässt plötzlich die Eier und zieht sich an das andere Ende des Aquariums zurück - hier legt es noch ein Ei. Biologen gehen davon aus, dass es sich dabei eventuell um ein natürliches Verhalten handelt, um den verteilten Eiern eine größtmögliche Überlebenschance zu geben. 

Haben Sie's gewusst?

Info: Statistisch gesehen erhalten wir in der Natur aus 500 gelegten Eiern 2 Grottenolm-Junge. 

01. April

Tag 63

Ein Teil der gelegten Eier ist unbefruchtet. Das sieht man an der Abwesenheit von Entwicklung, und langsam sterben die Eier ab. In einem solchen Fall werden sie trübe und dann müssen sie entfernt werden.

10. April

Tag 72

Die Embryos beginnen sich in der Form des Buchstaben S zu bewegen, was die Gäste amüsiert, die am Bildschirm in der Höhle eine richtige kleine Tanzshow verfolgen können.

27. April

Tag 89

Großer Umzug. Wir legen den Stein vorsichtig in einen Behälter, in dem wir ihn in das Aquarium bringen, das wir ein wenig abseits des touristischen Hauptwegs vorbereitet haben. Ein Teil der Eier fällt ab und wird auf ein Netz aufgefangen - das dient als eine Art „Krippe“. So nah an der Oberfläche, wo es viel Sauerstoff gibt, setzen sie ihre Entwicklung fort.

Haben Sie's gewusst?

Der Grottenolm kann bis zu 100 Jahre alt werden, er kann auch bis zu 10 Jahre ohne Nahrung bleiben.

07. Mai

Tag 99

Langsam bilden sich an den Embryos die Kiemen aus. Man kann den Blutkreislauf und den ersten Herzschlag sehen. Das Leben wird zunehmend greifbarer. Die Embryos haben sich ziemlich beruhigt.

Haben Sie's gewusst?

Der Grottenolm atmet mit Außenkiemen, einfachen Lungen und mit der Haut. Er hat ein inneres Ohr entwickelt, das ihm gleichzeitig als Gleichgewichts- und Hörorgan dient.

17. Mai

Tag 109

Unsere Gameten befinden sich in spontaner Rückenlage und sind noch ca. drei Wandlungsperioden bis zum Schlüpfen entfernt. Heute konnten wird uns an einem Gameten erfreuen, der sich mehr als eine Stunde lang wie wild in seiner Hülle drehte. Langsam ist es soweit. 

Haben Sie's gewusst?

Abhängig von der Wassertemperatur kann die Entwicklung der Gameten im Ei auch bis zu 140 Tage dauern, was extrem lang ist im Vergleich zu anderen Amphibien mit Schwanz. 

20. Mai

Tag 112

Die Kiemen sind verzweigter, das Augenpigment ist sichtbar, das Herz schlägt und ist durchblutet. Die Größe der Gameten liegt zwischen 17 und 18 mm.

Am Freitag, den 20. Mai, besuchen uns erneut Dr. Mali und Dr. Sessions. Dr. Mali fotografiert die Gameten unter dem Mikroskop.

Sehr erfreut sind wir über die Feststellung, dass am Gliedmaßen-Auswuchs bereits Einschnitte für Zehen sichtbar sind, was ein Zeichen ist, dass es nicht mehr lange dauert, bis die Tiere schlüpfen.

Die Gameten sind nun in der Entwicklungsphase 19 nach Briegleb.

Haben Sie's gewusst?

Die Larve des Grottenolms hat Augen, die bei dem erwachsenen Tier mit Haut überwachsen sind. 

31. Mai

124. Tag

Am Montag, dem 30. Mai, hat zur Freude der begeisterten Bewunderer in der Finsternis der Höhle  das erste Drachenjunge das Licht der Welt erblickt.

01. Juni

TAG 125

14. Juni

TAG 138

Die Erstgeborene wächst schon schön, man kann schon die Augen und Beine erkennen. Bisher »vergnügt« sie sich mit Schwimmen an die Oberfläche und zurück. Zu dem mutigen Grottenolm-Mädchen werden sich bald noch *12 neu geschlüpfte Geschwister« hinzugesellen.

15. Juni

TAG 139

Noch eine Larve beginnt aus dem Ei zu schlüpfen. Wenn Sie dabei denken "Ach, das ist ja nichts Neues", so irren Sie sich. Diese ist offensichtlich wirklich vorsichtig und weiß, dass es nicht gut ist, "mit dem Kopf durch die Wand" zu wollen. Deshalb begann sie, das Ei mit dem Schwanz zu durchbrechen, schlüpfte in umgekehrter Richtung - "scannte" die Welt zuerst mit dem Schwanz und dann erst, als alles in Ordnung war, kroch sie noch mit dem Kopf heraus.

16. Juni

TAG 140

Die schnell wachsenden Larven müssen bald ins Aquarium übergesiedelt werden, jede in ihr  eigenes, was ein besonders delikates Verfahren ist – doch das sind »süße Sorgen« für unsere Biologen, die bereits das erste Futter für die jungen Drachen vorbereiten, wenn diese bereit sind, ihre ersten Zähnchen zu zeigen.

18. Juni

TAG 142

Wie nennt man denjenigen, der überlebt hat, als ihn die Mehrheit bereits abgeschrieben hatte? Wie nennt man denjenigen, der statistisch gesehen die schlechtesten Chancen hatte, weil seine Lebensbedingungen schlicht und ergreifend zu rau waren? Wie nennt man denjenigen, der mit seiner Geburt, seiner Beharrlichkeit und Zähigkeit überrascht und begeistert? Es kann fast gar nicht anders sein: Wir nennen ihn ... Boris!

Boris schlüpfte aus einem Ei, das sich in der unmittelbaren Nähe eines mit Schimmel infizierten Ei befand, aus diesem Grund mussten wir ihn in ein besonderes Behältnis umsiedeln. Es gab keine besonderen Filter, das Wasser wurde nur auf "natürlichem" Wege gefiltert. Und wir warteten. Und am 142. Tag haben wir ihn nach dem Schlüpfen erwartet, und er posiert frech vor dem Fotoapparat. Willkommen Boris, du kleines Monster, wir wünschen dir viel Glück.

22. Juni

TAG 146

Hoch-runter, hoch-runter, die Larven kurven wie wild durch ihre Behältnisse. Am liebsten schwimmen sie an die Wasseroberfläche und zurück auf den Boden. Offensichtlich bekommen sie aus dem Eigelb genug Energie. Mit den Köpfen, die bereits eine trapezoide Form haben, erinnern sie immer mehr an erwachsene Tiere. Doch sie sind noch nicht weiß, sondern tragen immer noch eine schöne Pigmentierung. Die größten Larven zeigen bereits ihre Hinderbeine. 

25. Juni

TAG 149

Für jedes Kind kommt die Zeit für Messungen und Zahlen. Wir müssen das ohne Körperkontakt tun, deshalb haben wir am Aquariumboden ein Netz in der Ausmaße 1 x 1 cm angebracht. Die größten "Drachen", die als erste geschlüpft sind, sind nun zwischen 2 und 2,5 cm groß. Bei allen kann man noch das Eigelb auf der Bauchseite sehen und bei einigen bereits alle drei Zehen an den Vorderfüßen.

29. Juni

TAG 153

Die Larven ernähren sich immer noch vom Eigelb, doch wir beeilen uns noch mit der Futtervorbereitung. 5 Tiere sind noch nicht geschlüpft. Es ist schon über einen Monat her, dass die ersten Tiere geschlüpft sind und langsam müssten sich bei den ältesten Larven Münder zu entwickeln beginnen, was bedeutet, dass sie anfangen müssen zu essen. Das ist einer der unsichersten Momente, der bei uns für große Nervosität sorgt.

07. Juli

TAG 161

Unsere zwei Biologen haben wieder einmal die Ärmel hochgekrempelt und sich in einen der seltenen, hinsichtlich der Schadstoffbelastung einwandfreien Teile des Flusses Pivka begeben. Dieses Mal haben sie Schlamm "gesammelt", den sie dann in einer besonderen Petrischale in das Behältnis einer der Larven stellten. Wir wollten überprüfen, wie sie auf Elemente aus der natürlichen Umgebung reagiert. Das kleine Drachenbaby hat sich mit Freude in den Schlamm gestürzt, und auch die Petrischale hat ihm gefallen, unter die es sich versteckt hat. Und weil sich Grottenolme sicher fühlen, wenn sie sich an Steine schmiegen können, haben wir auch den anderen gläserne Verstecke hingestellt, wo sie sich gerne "ausruhen" können. 

14. Juli

TAG 168

Jojo ist geschlüpft! Das letzte Drachenbaby! Wir nennen es Jojo, denn es hing im Ei wortwörtlich mit einem dünnen Faden an einem Stein und schaukelte vor sich hin. Einen Tag zuvor schlüpfte auch der Langsame! Er wollte wirklich gut überprüfen, ob es sich lohnt aus dem Ei zu schlüpfen oder nicht. Wir haben bemerkt, dass auch die letzten zwei Larven von der Größe und ihrem Entwicklungsstadium her den anderen, die früher geschlüpft sind, sehr ähneln. Daraus schließen wir, dass sie ihre "Frist überschritten" haben und sich im Ei weiterentwickelten, so als ob sie bereits geschlüpft gewesen wären.

20. Juli

TAG 174

Die kleinen Drachen sind hungrig. Vor 5 Tagen haben wir den 4 größten und ältesten Larven zum ersten Mal einen wahren Festschmaus angeboten - leckere Würmchen. Zwei davon haben sie gerne aufgegessen. Obwohl noch fast alle Grottenolme eine Eigelbreserve haben, bedeutet die Tatsache, dass sie schon fressen, dass sie sich in die richtige Richtung entwickeln. In den darauf folgenden Tagen haben wir auch den anderen Würmchen angeboten und wir waren froh, dass sich einige Larven an ihre Beute wie große furchteinflößende Drachen gemacht haben.

28. Juli

TAG 182

Zehen, Füßlein und geheimnisvolle Streifen. Einige unserer kleinen Drachen haben an den Vorderfüßen bereits drei Zehen, hinten werden ihre Beine immer länger. Ein kleiner Drache hat heute zum ersten Mal seinen Kopf gehoben, was noch ein gutes Zeichen in der Entwicklung ist. Ihr Beutetrieb entwickelt sich zusehends. Jetzt nehmen sie die Würmer für den kleinen Snack zwischendurch schon von weitem wahr, nähern sich ihnen langsam und fressen sie schnell auf. Deshalb Vorsicht! Der kleine Drache ist sympathisch, aber er kann Sie schnell ergreifen!

16. August

TAG 201

Die Drachen nehmen ab – das ist eine ganz normale Entwicklung, denn unsere Larven wachsen in die Länge, einige sind bereits mehr als 3cm lang. Die meistentwickelten können schon ihre Beinchen verwenden. Mit 10 Zehen, 4 Beinchen erkunden sie die Umgebung. Nun helfen sie sich beim Wurmfang auch mit den hinteren Beinchen, mit denen sie sich auch fortbewegen können. Die meistentwickelten ähneln ihrer Drachenmutter täglich mehr und wachsen sehr schnell. Schnell in die Welt, aber mit Vorsicht und viel Glück, liebe Drachen!

22. November

Tag 298

Obwohl sich bereits seit einigen Monaten alles zum Anschein nach nur noch um die kleinen Drachenjungen dreht, haben wir unsere erwachsenen "Drachen" nicht vergessen. Doch mit ihnen läuft die Arbeit schon routinemäßig und sie sind auch weniger anspruchsvoll als die kleinen "Monster". Die Aquarien müssen regelmäßig gereinigt werden, die „Monster“ müssen gefüttert werden und manchmal muss man mit ihnen ein Schwätzchen halten, aber nur, wenn uns niemand hört. Damit unsere erwachsenen Grottenolme das schmackhafte Festessen - Flohkrebse - genießen können, müssen zwei Biologen die Ärmel hochkrempeln, sich Gummistiefel anziehen und sich ins Wasser begeben, um die besagten Flohkrebse im Bach zu fangen. Und weil in die Aquarien keine gefährlichen Fremdkörper gelangen dürfen, müssen sie die Flohkrebse sorgfältig mit einem Strohhalm sortieren. Eine anstrengende, aber auch lustige Arbeit. An den späten Herbsttagen war es auch ein wenig kalt. 

01. Dezember

Tag 307

Während sich die erwachsenen Grottenolme den Bauch mit frischen Flohkrebsen vollschlagen, genießen die kleinen Drachen ihr verborgenes Königreich. Noch immer sorgen wir für das Futter, doch wir geben ihnen in ihr Aquarium auch ihre liebsten "Möbel": Steine, damit sie sich verstecken können. Alle haben schon eine Länge von 5 cm oder mehr. Hoffentlich wachsen sie auch weiter so gut. 

31. Dezember

Tag 337

Ein reichhaltiges Abendessen, Tanz, lustiges Treiben mitten in der Nacht und Feuerwerk. Das klingt vielleicht wie Ihre Silvesterparty, aber bei den kleinen Drachen war es ähnlich. Die kleinen Drachen sind nach 7 Monaten seit dem (ersten) Schlüpfen schon bis auf 6 cm herangewachsen, was bedeutet, dass sie im Durchschnitt schon dreimal größer sind als damals, als sie geschlüpft sind. Ins neue Jahr sind sie mit dem Glück an ihrer Seite gerutscht und wir hoffen, dass ihnen das Glück auch weiterhin hold ist. Einen schönen Gruß aus dem unterirdischen Drachennest.

13. Januar

Tag 350

Zwei kleine Drachen haben für ordentlich Panik gesorgt. Wir haben bemerkt, dass auf den Köpfen der zwei ältesten Drachenkinder weiße Punkte zu sehen sind. Ohne direkte Einsicht waren wir nicht sicher, worum es sich dabei handelt, deshalb machten wir uns zuerst natürlich Sorgen, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Aus diesem Grund kam das ganze Team zusammen und anstelle "nach Hause auf die Couch" ging es am Freitag am späten Nachmittag mit einem Kloß im Hals in die Höhle. Im Schneegestöber kamen aus Ljubljana auch Dr.  Mali und Dr.  Sessions. "Sie werden erwachsen" war die offizielle Diagnose unseres Teams. Die weißen Punkte bedeuten nämlich offensichtlich nur, dass sie Pigment verlieren, was wir schon vorausgesagt hatten. In ungefähr einem Jahr werden so "die weißen Punkte" ihre Körper vollständig bedecken und die kleinen Drachen werden ihre "Farbe" wechseln und so ihren Eltern noch ähnlicher werden, denn der Pigmentanteil nimmt im juvenilen Lebensabschnitt immer weiter ab, bis er vollkommen verschwunden ist. Wunderbar, und doch tut es gleichzeitig weh. Sie werden zu schnell zu richtigen Drachen.

30. Januar

Tag 367

Die kleinen Drachen feiern! Es ist genau ein Jahr her, als wir an der Scheibe des großen  Aquariums das erste Ei gefunden haben. Die 21 kleine​n Drachen sind heute schon 6  cm lang. Als sie geschlüpft sind, hatten sie nur Vorderbeine mit Einschnitten für die Zehen, an den beiden Hinterbeinen einen Zehansatz. Heute sind alle 4 Beine entwickelt, mit insgesamt 10 Zehen. Der kurze Kopf ähnelte schon beim Schlüpfen einem Entenschnabel, die Pigmentation geht allmählich zurück, die Augen sind immer noch zu erkennen. Beim Schlüpfen haben sie Münder ohne Durchbruch, mit Ansätzen für die Zähne und mit einem Eigelb-Vorrat. Jetzt gibt es kein Eigelb mehr, der Jagdinstinkt ist gut entwickelt und die kleinen Drachen erlegen blitzschnell mit einem Ruck ihre Beute, was man hier sehen kann: https://www.youtube.com/watch?v=GP0xltqovrA

10. Februar

Tag 378

Vor mehr als einem Jahr hat sich die Arbeit des dreiköpfigen Teams der Höhle von Postojna vollkommen verändert, seit dem 30.1.2016 beginnen ihre Tage nämlich ganz anders. Schon seit einem Jahr beginnt die Teamleiterin des unterirdischen Labors Katja Dolenc Batagelj ihren Arbeitstag mit der Beobachtung der Drachenkinder im Labor, während die beiden Biologen für Lebendfutter sorgen, mit dem die jungen Grottenolme versorgt werden. Auch nach gut einem Jahr besucht das Team jeden Tag das Labor, verfolgt die Entwicklung der 21 Jungtiere, füttert sie (alle 3 Tage), wechselt das Wasser und sorgt für die richtigen Lebensbedingungen. Nach Meinung von Fachleuten ist das Labor der Höhle von Postojna  ein außerordentlicher Erfolg, das neue Paradigmen aufstellt, und wegen seiner großen Anzahl  an überlebenden Grottenolmen  zur Zeit als das erfolgreichste Höhlenlabor der Welt gilt. Wir wünschen auch für die Zukunft viel Erfolg und Glück mit den Drachenkindern! :)

Hallo Welt!